„Können wir das nicht einfach durch DeepL jagen?” – diese Frage hören wir oft. Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Maschinelle und menschliche Übersetzung sind keine Gegner, sondern Werkzeuge für unterschiedliche Aufgaben. In diesem Beitrag zeigen wir, wo die jeweiligen Stärken liegen, wann sich welcher Ansatz lohnt und wie ein pragmatischer Mittelweg aussieht.
Wie maschinelle Übersetzung heute funktioniert
Moderne maschinelle Übersetzung basiert auf neuronalen Netzen, die auf riesigen Textmengen trainiert wurden. Anders als frühere, regelbasierte Systeme übersetzen sie nicht Wort für Wort, sondern erfassen den Kontext eines Satzes. Anbieter wie DeepL erreichen damit bei sachlichen Texten eine Qualität, die noch vor wenigen Jahren undenkbar war.
Die Stärken der maschinellen Übersetzung
- Geschwindigkeit: Tausende Seiten in Sekunden statt Wochen.
- Skalierbarkeit: Neue Inhalte werden automatisch mitübersetzt.
- Kosten: Ein Bruchteil klassischer Übersetzungsdienstleistungen.
- Konsistenz: Begriffe werden über die gesamte Website hinweg einheitlich übersetzt.
Für Bürgerinformationen, Verwaltungstexte, Nachrichten, Produktbeschreibungen und Hilfeseiten ist das in den allermeisten Fällen genau richtig.
Die Grenzen der Maschine
Maschinelle Übersetzung stößt dort an Grenzen, wo es auf feine Nuancen, kulturelle Anspielungen oder rechtliche Präzision ankommt. Wortspiele, Markenslogans oder literarische Texte verlieren leicht ihre Wirkung. Auch bei sehr fachspezifischer Terminologie kann eine Nachkontrolle sinnvoll sein.
Wann sich der Mensch lohnt
Die menschliche Übersetzung bleibt in mehreren Szenarien unverzichtbar:
- Rechtsverbindliche Dokumente: Verträge, AGB oder amtliche Bescheide, bei denen jedes Wort zählt.
- Markenkommunikation: Kampagnen und Claims, die einen bestimmten Ton treffen müssen.
- Sensible Inhalte: Texte, bei denen ein Missverständnis schwerwiegende Folgen hätte.
Hier zahlt sich das Sprachgefühl und das kulturelle Wissen professioneller Übersetzerinnen und Übersetzer aus.
Der pragmatische Mittelweg
Die meisten Organisationen brauchen nicht das eine oder das andere, sondern beides. Bewährt hat sich folgende Aufteilung:
- Maschinelle Übersetzung als Grundversorgung: Sie macht das gesamte Online-Angebot flächendeckend und sofort verständlich.
- Menschliche Nachbearbeitung für Kerninhalte: Wenige besonders sensible oder markenprägende Texte werden gezielt geprüft und verfeinert.
Dieser Ansatz – in der Branche „Machine Translation Post-Editing” genannt – kombiniert die Skalierbarkeit der Maschine mit der Präzision des Menschen.
Eine einfache Entscheidungshilfe
Stellen Sie sich bei jedem Inhalt drei Fragen:
- Ist der Text rechtlich oder sicherheitskritisch? → Mensch.
- Prägt der Text maßgeblich die Marke? → Mensch (oder Post-Editing).
- Geht es um Information und Verständlichkeit in der Breite? → Maschine.
In der Praxis fällt die große Mehrheit der Website-Inhalte in die dritte Kategorie.
Fazit
Maschinelle und menschliche Übersetzung schließen sich nicht aus – sie ergänzen sich. Für die breite Masse an Website-Inhalten ist KI-Übersetzung schnell, günstig und gut genug. Für wenige kritische Texte bleibt der Mensch das Maß der Dinge.
Conword setzt auf KI-Echtzeit-Übersetzung über DeepL für die Breite Ihrer Website – damit jede Seite sofort in über 100 Sprachen verfügbar ist. Für besonders wichtige Texte lassen sich Übersetzungen gezielt überschreiben. Erfahren Sie mehr, wie das in der Praxis funktioniert.